Sergej Durylin (1886–1954)

Sergej Nikolaevič Durylin war ein herausragender russischer Lehrer, Theologe, religiöser Schriftsteller, Literaturkritiker und Theaterkritiker, Doktor der Philologie und Professor.

Er wurde in Moskau geboren. Zu Beginn seiner Laufbahn war er eng mit Tolstois Verlag „Mediator“ und der Bewegung der freien Bildung verbunden.

Im Juli 1915 bekannte Durylin in einem Brief:

„Ich stand an der Schwelle zweier Formen der Askese: in der Jugend jener des rationalistischen Intellektuellen, nun stehe ich an der Schwelle zu einer halbmönchischen … Und ich weiß, dass ich dort verweilen, dann diese Schwelle überschreiten und weitergehen muss.“

Er reiste nach Optina Pustyn mit dem festen Vorsatz, ins Kloster einzutreten, doch der dortige Starez Anatolij befand, dass er dafür noch nicht bereit sei. Im Sommer 1916 veröffentlichte Vr. Pawel Florenski in der Zeitschrift „Bogoslovskij Vestnik“ (Theologischer Bote) Durylins Schrift „Der Fürst der Stille“ (Načal‘nik tišiny); darin wurde erstmals das Thema der Optina_Einsiedelei als realer Verkörperung der „Unsichtbaren Stadt“ aufgegriffen.

1919 zog Durylin nach Sergijew Possad; dort inventarisierte er die Reliquien des Klosters aus dem 17. Jahrhundert und bereitete sich auf die Priesterweihe vor. Im März 1920 wurde er als zölibatärer Priester geweiht und diente in der Kirche des Heiligen Nikolaus (des Wundertäters) in Kljonniki unter der Leitung von Vater Alexij Mečev. Dort lernte Durylin seine zukünftige Frau, Irina Alekseevna Komissarova, kennen (Hochzeit 1933). 1921 wurde er zum Vorsteher der (heute zerstörten) Bogoljubskaja-Kapelle an der Warwara-Pforte der Stadtmauer von Kitai-Gorod ernannt.

Der Schriftsteller Iwan Naschiwin berichtet in seinem Buch „Aufzeichnungen über die Revolution“, dass S. N. Durylin im Jahr 1918 bereits Sekretär des Allrussischen Kirchenkonzils und Student der Geistlichen Akademie im Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad war.

Das Hausmuseum in Bolschewo (einem Stadtteil von Koroljow) wurde nach den Plänen des Architekten A. W. Schtschussew errichtet und zählt zu den einzigartigsten Wohnhäusern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hier lebte S. N. Durylin – Geistlicher, Professor, Theater- und Literaturtheoretiker, Schriftsteller, Dichter und religiöser Denker. Dieses außergewöhnliche Haus war ein Treffpunkt für bedeutende Schriftsteller, Künstler und Darsteller, darunter M. W. Nesterow, N. A. Obuchowa, A. A. Jablotschkina, I. W. Iljinski, W. I. Katschalow, B. L. Pasternak, S. T. Richter und viele andere. (Quelle).

Wegen seiner religiösen und sozialen Stellung wurde er in der Sowjetzeit verfolgt und ins Exil geschickt:

  • 1922 Verhaftung und Verbannung nach Tscheljabinsk, bis 1924
  • 1927erneute Verbannung nach Nowosibirsk und Tomsk

Nicht belegt ist die Information darüber, dass er in dieser Zeit dem Priesterstand entsagt habe. Ab 1936 lebte er bis zu seinem Tod in Bolschewo, wo er sich ganz der Wissenschaft und Kunst widmete. 1944 Doktor der Philologie, ab 1945 Professur (Geschichte des russischen und sowjetischen Theaters). Er hinterließ wichtige Studien zur russischen klassischen Literatur, zum Werk von M. Lermontov, N. Gogol und zur Geschichte des russischen Theaters. Er starb 1954 im Dorf Bolschewo bei Moskau, wo heute eine museale Gedenkstätte an ihn erinnert.

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Quelle: https://ru.wikipedia.org/ https://idemvmuzei.ru/

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