Hl. Aleksij Mečev (1859 – 1923)

Altvater in der Welt, geistlicher Vater, Gemeindepriester der Nikolauskirche in Kljonniki.
Biografie
Gedenken am 29. Januar (11. Februar, Neumärtyrer), 9. (22.) Juni, 20. August (2. September, Synaxis der Moskauer Heiligen), 16. (29. September, Übertragung der Reliquien)
Er wurde am 17. März 1859 in Moskau in die fromme Familie des Chorleiters des Chors der Kathedrale von Chudov, Aleksej Ivanovič Mečev, geboren. Von Geburt an ist sein Leben mit dem Namen des hl. Metropoliten von Moskau und Kolomna Filaret verbunden. Aleksij wuchs in einer Familie auf, in der ein lebendiger Glaube an Gott, Liebe und eine gutherzige Haltung gegenüber den Menschen gelebt wurde.
Aleksij Mečev besuchte die Zaikonospasskij-Schule und anschließend das Moskauer Priesterseminar; sein Traum war es, anschließend an die Universität zu gehen und Arzt zu werden. Doch seine Mutter war dagegen. Es fiel Aleksij schwer, seinen Traum aufzugeben, doch er widersprach nicht dem Willen seiner geliebten Mutter. Später sollte er erkennen, dass er seine wahre Berufung gefunden hatte, und war seiner Mutter sehr dankbar. Nach seinem Abschluss am Priesterseminar diente Aleksij Mečev als Psalmist in der Kirche des Zeichens, wo er oft sehr herablassend behandelt wurde, doch alles ertrug er ohne Murren, beschwerte sich nicht und bat nicht um einen Wechsel in eine andere Kirche. 1884 heiratete Aleksij aus großer Liebe die Tochter eines Psalmisten, Anna Petrovna Molčanova. Am 18. November desselben Jahres wurde er zum Diakon geweiht und begann in der Kirche des Großmärtyrers Georg in der Lubjanka-Straße zu dienen, zeigte nach außen hin größte Einfachheit, empfand aber innerlich einen feurigen Eifer für den Herrn. Am 19. März 1893 wurde der Diakon von Bischof Nestor, dem Verweser des Moskauer Novospasskij-Klosters, zum Priester einer der kleinsten Kirchen Moskaus geweiht – von St. Nikolaus in der Marosejka-Straße. Obwohl Vater Aleksij sich eigentlich auf den pastoralen Dienst auf dem Land vorbereitet hatte, widmete er sich nach der Übernahme der Hauptstadtgemeinde ganz dem Willen Gottes und begann seine Tätigkeit, der er Gebet und geistliche Wachsamkeit zugrunde legte. Er führte tägliche Gottesdienste in seiner Kirche ein und diente acht Jahre lang fast allein in einer leeren Kirche.
Im Jahr 1902 starb seine Frau. Vater Aleksij war sehr betrübt und untröstlich. Er schloss sich in seinem Zimmer ein und goss seine Seele vor dem Herrn aus. Doch eines Tages traf Vater Aleksie auf den heute als heilig verherrlichten Johannes von Kronstadt. Dieser riet ihm: „Sei mit dem Volk, vertiefe dich in die Trauer der anderen, nimm sie auf dich, und dann wirst du sehen, dass dein Unglück klein und unbedeutend ist im Vergleich zur allgemeinen Trauer, und dies wird es dir leichter machen.“ So betrat Vater Aleksij den Pfad des Altvatertums.
Alle, die in die Gemeinde in der Marosejka kamen, weil sie Hilfe suchten, in Sünden gefangen waren, Gott vergessen hatten, wurden von ihm mit herzlicher Freundlichkeit, Liebe und Mitgefühl empfangen. Die Freude und der Frieden Christi hielten Einzug in ihren Seelen, sie fanden Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit, auf die Möglichkeit der Erneuerung der Seele. Die Liebe, die der Vater zeigte, ließ einen jeden fühlen, dass er mehr geliebt wurde als jeder andere, dass er bemitleidet und getröstet wurde. Vater Aleksij war voller Liebe. Er kannte das grausame Wort „bestrafen“ nicht, sondern nur das barmherzige Wort „vergeben“. Er legte seinen geistlichen Kindern nicht die Last schweren Gehorsams auf, verlangte von niemandem besondere Werke und betonte doch gleichzeitig die Notwendigkeit selbst der kleinsten äußeren Tat, wobei er Wert darauf legte, dass man seine Stärke und Fähigkeiten abwägen und um jeden Preis erfüllen soll, wozu man sich entschieden hatte. Die Predigten des Vaters waren einfach, aufrichtig, berührten das Herz mit der Tiefe des Glaubens, der Wahrhaftigkeit und des Lebensverstehens.
Im unteren Wohngeschoss der Kirche eröffnete Vater eine Pfarrschule, richtete ein Heim für Waisen und Arme ein und unterrichtete 13 Jahre lang das Gesetz Gottes im Frauengymnasium von E. V. Winkler; er trug zur Wiederbelebung der alten russischen Ikonenmalerei bei, indem er seine geistliche Tochter Marija Nikolaevna Sokolova (die spätere Nonne Juliana) segnete, Ikonen zu malen. Die wahren geistlichen Freunde von Vater Aleksij waren die Optina-Altväter Schema-Priestermönch Anatolij (Potapov – heute ebenfalls als Ehrwürdiger verherrlicht) und Hegumen Feodosij. Sie waren erstaunt über das Werk des Moskauer Altvaters „in der Stadt, als sei es in der Einöde“.
In den letzten Maitagen des Jahres 1923 reiste Vater Aleksij nach Vereja, wo er schon die letzten Jahre Erholung gefunden hatte. Ihn begleitete die Vorahnung, dass er für immer gehen würde. Bevor er verreiste, verrichtete er die letzte Liturgie in seiner Kirche, verabschiedete sich von seinen geistlichen Kindern und beim Verlassen der Kirche auch von ihr. Er weinte viel. Vater Aleksij starb am Freitag, dem 9./22. Juni 1923. Der Sarg mit den sterblichen Überresten wurde in die Nikolauskirche in Kljonniki gebracht. Bis in den Morgen des nächsten Tages verabschiedeten sich die Kirchengemeinden Moskaus von dem Verstorbenen und begleiteten ihn mit Panichida-Gesängen.
Er wurde durch das Bischofskonzil des Jahres 2000 in die Schar der Heiligen aufgenommen. Im Jahr 2001, am Fest Aller Heiligen der russischen Lande erfolgte die Auffindung der Reliquien des heiligen Gerechten Alexij von Moskau.
Sechs Zitate
Wenn es so einfach wäre, gerettet zu werden, wären wir alle schon längst Heilige.
Du bist bedrückt, er ist bedrückt, alle sind bedrückt … Doch Christus hat niemandem von Seiner Bedrückung erzählt, Er hat nur alle getröstet.
Weder Reichtum noch Beziehungen werden dich retten.
In Kummer sollte man nicht mit Gott hadern oder streiten, sondern mit Dankbarkeit zu Ihm beten. Der Herr ist nicht wie Menschen: Menschen, die etwas von jemandem erleiden, versuchen zu vergelten, doch der Herr versucht selbst im Leid, uns zu bessern. Wenn wir wüssten, was andere durchleiden, würden wir nicht murren.
Das weltliche Leben zu verlassen, heißt noch nicht, die Sünde zu verlassen, die überall in der Seele eines Menschen wohnen kann. Es ist möglich, in die Einöde zu gehen und doch der Welt nicht zu entkommen, aber es ist auch möglich, die „Welt“ zu verlassen und dabei in der Welt zu bleiben.
Während du an Gott denkst, vervielfache deine Gebete, damit der Herr deiner gedenkt, wenn du Ihn vergisst.
Troparion an den Heiligen Gerechten Aleksij von Moskau (Mečev), Ton 5
Hirte Christi, Vater Aleksij,/ du hast den guten Kampf geführt,/ du hast den orthodoxen Glauben in der Finsternis der Gesetzlosigkeit bekundet,/ und als Tröster und geistlicher Heiler hast du alle, die zu dir kamen, geheilt. / Hilf auch uns, die dich im Glauben verehren, in der Liebe zu unserem Nächsten stark zu werden.
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